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Barbara Sommerer

Wirtschaft, Kultur & Verhütung
Meine Biografie:

Barbara Sommerer
Vorstand Projektform AG
Unternehmerin, Projektmanagerin, Gestalterin, Wissensarbeiterin

Seit 20 Jahren entwickle und realisiere ich mit meinem Team Veränderungs-, Bildungs- und Kulturprojekte für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber, wie zum Beispiel: Fortbildungs- und Schulungsprogramme, Ausstellungen und Firmenmuseen, Science Center, Showrooms (Wirtschaftskommunikation, History Marketing, Heritage Communication).

Meine Studienjahre verbrachte ich in Prag und Wien und studierte Kunst, Astronomie, Kultur- und Projektmanagement. Nach sehr viel gesammelter Erfahrung in der Umsetzung von Ideen und Projekten, als Museums- und Ausstellungstechnikerin und 10 Jahre Geschäftsführung bei EEZA gründete ich 2011 die Projektform AG, ein Unternehmen das sich mit dem Einsatz und Entwicklung von Kultur in Unternehmen und Organisationen beschäftigt.

Darüber hinaus arbeite ich als allgemein beeidete Gerichtssachverständige für Medienwesen und Projektmanagement sowie Medien im 20.+21. Jhdt, bin Mandatarin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Leiterin Experts Group Human Resources Management Steiermark, sowie Vortragende und Lehrbeauftragte.

Ideen in Form bringen. Das macht Spaß.
www.projektform.cc


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In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der Geschichte der Verhütung und des Schwangerschaftsabbruches. Im Zuge der Entwicklung und Realisation des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch Wien, den ich als Projektleiterin für die Realisation viele Jahre begleitete, wurde weltweit zum ersten mal die Kulturgeschichte der Fruchtbarkeit und das Ringen der Menschen die eigene Fruchtbarkeit regulieren zu wollen, umfassend dokumentiert und bisher unbekannte Zusammenhänge erforscht und aufgearbeitet sowie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Über folgende Themen spreche ich gerne:

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Thema: „Vom Kindsmord zur Verhütung“
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Das 2007 eröffnete MUVS (Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch) geht erstmals der Frage nach wie Fruchtbarkeit die Kulturgeschichte des Menschen prägte und wie vor allem Frauen seit Jahrtausenden vergeblich versuchen ihre Fruchtbarkeit zu regulieren. Vor Verfügbarkeit sicherer Verhütungsmittel wurde seit Jahrtausenden versucht mit heute absurd erscheinenden Mitteln Schwangerschaften zu vermeiden. Von Alaunspülungen über Krokodildung bis zu magischen Anleitungen wie das Überschreiten einer toten Schlange oder speziellen Gymnastikübungen war alles dabei was man sich vorstellen kann. Erst in den 1920er Jahren wurde mit den bahnbrechenden Erkenntnissen der Gynäkologen Dr. Hermann Knaus und Kyusaku Ogino durch die Entdeckung der fruchtbaren Tage der Frau, dieser Traum wahr und der Grundstein für die Entwicklung moderner sicherer Verhütungsmittel gelegt.

War es vor gut 100 Jahren für Frauen oft noch sicherer ein unerwünschtes Kind zu Welt zu bringen und danach wegzugeben oder umzubringen als sich den Gefahren einer illegalen und meist tödlichen Abtreibung auszusetzen stehen heute eine Vielzahl sicherer Verhütungsmittel gegenüber. Dennoch ist die Zahl ungewollten Schwangerschaften unvermindert hoch (ca. 30.000 in AT ca. 100.000 in DE). Grund dieser Entwicklung ist das oft fehlende Bewusstsein für die Macht der Fruchtbarkeit. Heute muß man nicht nur darüber aufklären Wie man verhütet und sich in seiner Sexualität schützt, sondern vor allem auch Warum, da in knapp 100 Jahren dieses Bewusstsein oftmals verloren gegangen ist.

Ungewollte Schwangerschaften gab es immer schon und wird es auch in Zukunft geben. Wird der Zugang zu Verhütungsmitteln oder zum sicheren Abbruch gesetzlich eingeschränkt, werden Frauen, wie schon seit jeher wieder versuchen ungewollte Schwangerschaften trotzdem abzubrechen. Sei es mit „illegalen“ oder heimlichen Mittel und Methoden oder als Abbruchtouristinnen ins Ausland. Internationale Daten belegen, daß durch Einschränkungen beim Abbruch weder ein steigendes Bevölkerungswachstum generiert noch die Zahl an Abbrüchen gesenkt wird. Im Gegenteil. Nur ein freier Zugang zu Verhütungsmitteln und zu Notfallmedikamenten wie der Pille danach und die uneingeschränkte Anerkennung der Selbstbestimmung von Frauen beim Abbruch sowie soziale und finanzielle Sicherheit von Familien und alleinerziehenden Müttern wie Vätern, verfügbare Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Bildungschancen garantieren gesellschaftliche Stabilität.


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Thema: Veränderung - „Anderes Denken Lernen und: Handeln“
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In fast allen Veränderungsprozessen („Change“!) sind Changemanager/innen, Evangelists, Consultants oder Influencer damit beschäftigt Mittel und Wege zu finden Veränderung in Teams, Organisationen oder Unternehmen anzuregen, zu provozieren oder zu „implementieren“. Es gibt hunderte Tools, Werkzeugkoffer, Methodenfächer, tausende Seiten Change-Literatur und dennoch fallen die Ergebnisse oft sehr bescheiden aus: Nichts ändert sich (von selbst), die Widerstandsfähigkeit hemmt Menschen sich auf Neues einzulassen und neue Erfahrungen zu machen.
Sportlerinnen erzählen uns von Fokussierung und Motivation, erfolgreiche Topmanagerinnen von Entscheidungsfindung und Leadership, Vertriebsspezialisten von Vorzügen und Opportunities. Wir haben die Möglichkeit nachzueifern und diese Vorschläge und Tips für uns zu kopieren.

Wenn Anfangs Veränderung-Prozesse noch als Übergang von einem stabilen Zustand in einen anderen geplant waren, arten diese nicht selten zu Dauerprojekte aus, sie ermüden, binden Ressourcen und kosten Geld.

Aber warum ist das so schwer anderes Denken in die Köpfe hineinzubekommen?
Wir glauben ja gerne, Denken funktioniert wie Atmen - nämlich von selbst. Doch dabei übersehen wir, daß jede/r von uns Denken erst mal erlernen mußte. Als Kinder waren wir neugierig und konnten nicht genug bekommen, vor allem von den Sachen, die wir noch nicht kannten. Mit Erfahrung, Wahrnehmungen, sozialer und kultureller Prägung festigte sich dann unser Denkstil. Mit der Schule normierte er sich.
Nach der Schule glaubten wir jetzt sind wir fertig mit Lernen, alles Paletti! und dann einige Jahr später kommt ein Trainer ins Haus uns verlangt von einem „auszubrechen“ oder uns zu ändern und „kreativ“ oder „innovativ“ zu sein.

Das ist der Punkt an dem es spannend wird: Wie kann man nun „anderes Denken“ lernen?
Hier gibt es einen sehr alten aber ein wenig in Vergessenheit geratenen Zugang: über unsere Kulturtechniken. Neben dem Schulen der Wahrnehmung als Grundlage der Reflexionsfähigkeit kann man durch einfache Übungen mit lateralem Denken (nach Edward de Bono) sehr schnell zu neuen Ergebnissen kommen und diese sofort nutzen. Als weiteren Schritt braucht es Inspiration und Gestaltungsmöglichkeiten, um selbst Ideen auch umsetzten zu können. Und zu guter letzt muß das ganz natürlich auch Spaß machen.

Die OECD formulierte mit den „4k“ die 4 wichtigsten Schlüsselkompetenzen um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besser begegnen zu können. Diese sind Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Mit dem beleben unserer Kulturtechniken gelingt es diese routinierter und aktiver anzuwenden.


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Thema: Unternehmertum - Barbara Sommerer über Wirtschaft(en) im 21. Jhdt:
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"Neugier, Spaß und Leidenschaft sind der Schlüssel und bester Antrieb um auch in der Wirtschaft neue Wege zu gehen. Dabei bedeutet Spaß nicht das Gegenteil von Ernsthaftigkeit, sondern steht für die Freude am Erschaffen und Verbessern. Das gilt für Führungsaufgaben in Unternehmen ebenso wie bei der Umsetzung von Changeprozessen oder beim KVP als auch bei Innovationsentwicklung und zieht sich hin bis zu Methoden der Mobbingprävention oder Krisenintervention.

Ich spreche gerne von "Wirtschaftskultur", denn kulturelles Bewusstsein in Unternehmen ist für mich wesentlich mehr als nur ein Marketing-Slogan. Denn, allzuoft vergessen wir: gesellschaftlicher wie ökonomischer Wandel ist nicht aufzuhalten, sondern er muss aktiv mitgestaltet werden, und Gestaltung ist seit jeher eine der herausragenden Aufgaben beispielsweise der Kunst.

Perspektive, Symmetrie, Harmonie sind Mittel der Kunst, die unsere Wahrnehmung prägen. Die Gesetze der Gestaltung beeinflussen unsere Vorstellungen von Ästhetik und Schönheit. Der goldene Schnitt beschreibt ideale Proportionen.
Wir lesen aufwändig gestaltete Geschäftsberichte, die mit Prägedruck, ungestrichenen Papieren und Hochglanzbeilagen die unsere Sinne ansprechen. Dabei wird die formale Wertigkeit von Geschäftsberichten zunehmend über die Wertigkeit von Unternehmen gestellt. Wir verlassen uns auf Managementsysteme die mit Grafik, Illustration und Diagrammen Prozesse zu steuern versuchen. Andererseits wird der Gestaltungsspielraum ökonomischer Darstellungsmittel wie Kennzahlen und Bilanz gezielt ausgeweitet um mehrdeutige Interpretationsoptionen offen zu halten.

Stößt man hier mit Gestaltung auf ethische Grenzen gängiger Wirtschaftskultur?
Beeinflussen diese Gesetze auch unsere unternehmerischen Entscheidungen, ohne dass wir es vielleicht merken? Auch in der Wirtschaft müssen „Proportionen“ stimmen – zum Beispiel zwischen Eigenkapitalrentabilität und Fremdkapitalquote. So stellt sich die Frage: gibt es denn auch eine „schöne Wirtschaft“?
Und was würde diesen “goldenen Schnitt” einer neuen Wirtschaftskultur kennzeichnen?

Kunst arbeitet mit effizienten, wirksamen Mitteln und Methoden der Gestaltung, Vermittlung und Darstellung. Seit Jahrhunderten wird dadurch gesellschaftlicher Wandel und Innovation vorangetrieben. Das Nützen künstlerischer Methoden vermag auch in der Wirtschaft positive Veränderung zu unterstützen - durch kulturelles Bewusstsein als Grundlage von Innovation und Veränderung.“

Stand: April 2019