Alle Speakerinnen* anzeigen >>

Sigrun Lehnert

Sigrun Lehnert
Film als Historische Quelle
Meine Webseite/Blog:

www.wochenschau-forschung.de

Meine Themen:

filmwissenschaft fernsehwissenschaft mediengeschichte dokumentarfilm wochenschau

Meine Sprache/n:

Deutsch Englisch

Meine Stadt:

Hamburg

Mein Land:

Deutschland

Meine Biografie:

Dr. Sigrun Lehnert studierte Medienmanagement (B.A. und M.A.) in Hannover. Seit 2010 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Department Journalismus an der Hamburg Media School. Das Dissertationsprojekt „Wochenschau und Tagesschau in den 1950er Jahren“ entstand an der Universität Hamburg in der Betreuung von Prof. Dr. Knut Hickethier. Das Buch erschien im UVK-Verlag Konstanz im Oktober 2013. Die Hauptarbeitsgebiete von Sigrun Lehnert sind Audiovisuelle Vermittlungsstrategien in Film und Fernsehen, Kino-Wochenschau der 1950er/1960er Jahre, dokumentarischer Film und Fernsehdokumentarismus. Das aktuelle Post-doc Projekt behandelt „Das deutsche Wirtschaftswunder in der Kinowochenschau“ im Vergleich Ost und West. Weitere Interessensgebiete betreffen das Filmerbe, (digitale) Archive und Animierte Dokumentarfilme.

Meine Vorträge / Referenzen:

Die Berliner Luftbrücke. Ein Erinnerungsort des Kalten Krieges?

Vortragstitel: „Die Berliner Luftbrücke in der Kino-Wochenschau: Welt im Film versus Der Augenzeuge
Vortragsort: Alliiertenmuseum in Berlin
Datum der Konferenz: 12.-14. März 2017
Abstract:
Zur Zeit der Luftbrücke war die Wochenschau im Vorprogramm der Kinos eine bedeutende Informationsquelle. Sie konnte in laufenden Bildern mit Musik, Geräusch und Kommentar unterlegt wirken, um den Menschen im ‚restlichen‘ Deutschland einen lebendigen Eindruck von der Lage in Berlin zu vermitteln. Zudem ging es durch den Austausch von Wochenschaufilmen um das Image im Ausland.
Während in der 'Sowjetischen Besatzungszone' und im ‚Ostsektor‘ von Berlin die unter sowjetischer Aufsicht hergestellte Wochenschau Der Augenzeuge gezeigt wurde, brachten die meisten Kinos in den ‚Westzonen‘ und ‚Westsektoren‘ die britisch-amerikanische Produktion Welt im Film, die von den Alliierten als Mittel der ‚Re-education‘ eingesetzt wurde. Da die Wochenschau-Produktionen durch die Besatzungsmächte gesteuert wurden, sind die Berichte über die Blockade und die Luftbrücke hinsichtlich propagandistischer Absichten zu analysieren.
Unterschiede der Wochenschau-Berichterstattung bestehen auf mehreren Ebenen: Häufigkeit und Länge der Berichte, Tenor und Rhetorik des Kommentars, Einsatz von Sound (u.a. der O-Ton aus Reuters bekannter Ansprache), kontrastive Montage der Bilder und Grafik sowie inhaltlich mit der Hervorhebung bestimmter Aspekte, z.B. die logistische Leistung, die Der Augenzeuge nicht würdigte. Stattdessen nutzt die ‚Ost-Wochenschau‘ Schlüsselbilder: Flugzeuge am Himmel – mit dem typischen Motoren-Geräusch begleitet – sollten traumatische Erinnerungen an Kriegszeiten wecken. Der Mangel an dem Brennstoff ‚Kohle‘ wird zum Symbol der Furcht, das an die Not der unmittelbaren Nachkriegszeit anknüpft. Im Zusammenspiel mit den filmischen Mitteln weist der Wochenschau-Kommentar latent die Schuld an der Situation Berlins dem jeweils anderen Machtblock zu. Weitere Wertung erhält das Thema ‚Luftbrücke‘ durch die Komposition einer gesamten Ausgabe, d.h. durch vor- und nachgelagerte Berichte, die Schlussfolgerungen der Zuschauer auf die Zukunft Gesamtdeutschlands provozieren konnten.
Im Vortrag wurde die Berichterstattung der Welt im Film und Der Augenzeuge gegenübergestellt, um die unterschiedliche persuasive Nutzung der Filmdokumente zu zeigen. Zudem wurden Jahresrückblicke produziert. Dabei ist interessant, ob und wie das Material aus der Zeit der Luftbrücke wiederverwendet und die damalige Situation zur Erinnerung für die Zuschauer repräsentiert wurde.

Dieser Vortrag ist auf: Deutsch


IAMHIST International Conference 2017 „MEDIA AND HISTORY: CRIME, VIOLENCE AND JUSTICE“

Vortragstitel: „Spies and Saboteurs at Court in DEFA-Newsreel Der Augenzeuge
Vortagsort: University Paris II
Datum der Konferenz: 10-13 Juli 2017
Abstract:
‘There is no crime in socialist countries’, unless it enters from capitalist countries – that was a rigid dogma in the German Democratic Republic (GDR), the East German state. In times of Cold War and instability, caused by the power play of USA and Soviet Union, the newsreel films were ideal media to convey the presence of state security and its defence against spies and saboteurs from West Germany, Britain and America. The number of reports in Der Augenzeuge on trials, accusing people of spying and/or sabotage is very striking. The accused persons had no defenders, as the justice in GDR was a pure enforcement organ, following the will of the ‘ruling working class’ and the Socialist Union Party (SED), but not a democratic control organ.
The stories of state-controlled East German newsreel were linked to those in other media, such as newspapers. Additionally, the methods and tools used by the Western spies, were presented in public exhibitions. In show trials , the financiers of resistance groups like ‘Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit’ (Task force against Inhumanity) were indirectly accused of spying and committing sabotage actions, as well.
On the one hand, the Ministry of State Security (MfS) is presented as an understanding protector for those citizens of GDR, which did spying for the West, but confessed and showed remorse. On the other hand, the reports highlight how the court cracked down in case of those, who were found guilty of spying – they were sentenced to death.
In my talk, I presented the characteristics of newsreel reports on trials – e.g. behaviour of the accused and judges at court and the subtle everywhere-presence of the state security. I compared this with DEFA documentary films and their narrative stories with e.g. re-enactments, as spies are usually invisible and hidden in the crowd. All media, the current newsreel, short films, the press and a lot of banners and propaganda posters in the streets, told people in the GDR to watch out for saboteurs and spies in the neighbourhood and encouraged them to denunciate others.

Dieser Vortrag ist auf: Englisch


Weitere Vorträge

... unter http://wochenschau-forschung.de/vortraege/